
Das Seminar gliedert sich in zwei Teile, die für den Erwerb eines Scheins beide Pflicht sind, sonst aber auch selbstverständlich einzeln besucht werden können. Scheinanforderungen wie üblich. Im ersten Teil wird Susanna Elm (Berkeley), im zweiten Sepp Gumbrecht (Stanford) Regie führen. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht Flauberts erste der Trois contes, dem letzen vollendeten und publizierten Werk. Wichtigster Intertext des „Einfachen Herzens“ ist eine berühmte Heiligenlegende der Spätantike, Perpetua und Felizitas. Flauberts Intertextualität soll vor dem Hintergrund, auf dem diese Novelle immer diskutiert worden ist – Religionssatire oder moderne Heiligenvita? – gelesen werden. Im Mittelpunkt des zweiten Teils steht das unvollendet gebliebene Spätwerk Bouvard et Pécuchet, eine fast enzyklopädisch anmutender Streifzug durch die damalige Ordnung des Wissens, die eigenartig zerrüttet wird. Besonders klar profiliert sich Flauberts Stil, der nichts Eigenes hat, um zum eigentlichen Stil der Moderne zu werden, an diesem letzten Werk.